Sprache

Sprache und Aussprache

Die Sprache der alten Ägypter zählt zur Familie der afroasiatischen Sprachen – eine Großgruppe von mehreren Hundert Sprachen in Nord- und Ostafrika sowie in Westasien.
Weitere Bezeichnung zum Afroasiatischen sind: Hamitosemitisch, Afrasisch, Semito-Semitisch. Zu o.g. Großgruppe gehören: Ägyptisch (inkl. Koptisch), Kuschitisch, Berberisch, Tschadisch, Semitisch, Omotisch.

Ein wesentliches Merkmal der altägyptischen Schrift ist, dass die Ägypter darauf verzichteten Vokale zu schreiben! Diese spielten in deren Schrift nur eine untergeordnete Rolle. Beim Sprechen waren diese aber sehr wohl vorhanden.

Allerdings stellte die Vokallosigkeit der Schrift für den Ägypter kein wirkliches Problem dar, sie fügten beim Lesen ihrer Schrift aus ihrer Kenntnis der Sprache heraus, die passenden Vokale in das Konsonanten-Gerüst ein.
Für die Ägyptologen hat diese Tatsache zur Folge dass sie eine künstliche Sprache konstruieren, in der Vokale zwar gesprochen werden, aber sicherlich nicht in der authentischen Aussprache und Betonung, als wie es bei den Ägyptern der Fall war.

Abb. oben: Ausschnitte aus einer sog. Scheintür. Eingemeißelte Hieroglyphen. Auf beiden Abbildungen ist das Einlautzeichen für unseren Buchstaben „r“ zu sehen, dargestellt als ein Mund. Dieser Konsonant wurde also wie ein „r“ ausgesprochen.

Die altägyptische Sprache verfügt über verschiedene Laute, die in der deutschen Sprache nicht existent sind. Und da die Ägypter also nur Konsonanten, aber keine Vokale schrieben, weiß man eigentlich nie ganz genau, wie die Wörter ausgesprochen wurden. Um trotzdem Altägyptisch lesen zu können, nehmen die Ägyptologen unser Vokal „e“ zur Hilfe, das sie zwischen jeden Konsonanten behelfsmäßig einschieben.
So entsteht z.B.: für nfr, das Wort für „gut, schön“, die Lesung nefer oder für snb, das Wort für „gesund“, spricht man ganz einfach seneb, usw. Es werden immer so viele Vokale eingefügt wie nötig sind.

Daneben gibt es noch vier Halbvokale in der altägyptischen Schrift (Abbildung links in Umschrift und Hieroglyphen), die aber von ihrer Grundkonzeption her Konsonanten sind. Diese werden wie folgt ausgesprochen: a, a, i, u.
Sie dienen somit als Ersatzvokale für unsere künstlich geschaffene Aussprache der Hieroglypen-Schrift.

Fazit: Der Übersetzer fügt also nur zwischen den reinen Konsonaten ein „e“ ein, nicht aber dann wenn bereits ein Halbvokal dazwischen steht! Da die Sprache der Hieroglyphen seit nun fast 2000 Jahren eine tote Sprache ist, läßt sich die Vokalisierung der einzelnen Wörter wirklich nur annährungsweise rekonstruieren; die Sache mit dem „e“ ist lediglich ein Trick. Kein Mensch weiß heutzutage wie die authentische Aussprache damals war.