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Lexika aus der Reihe der "Hannig-Bände"

Hannig Lexika

Hannig Lexika Band 1
(HL 1 ME / Marburger Edition)
Die Sprache der Pharaonen

Großes Handwörterbuch Ägyptisch–Deutsch
(2800 bis 950 v. Chr.)

  • von Rainer Hannig
  • Verlag: Philipp von Zabern
  • Gebundene Ausgabe
  • Format: 13 x 19,5 cm
  • 4. überarbeitete Auflage 2006
  • 1475 Seiten mit 21 Karten
  • ISBN: 3-8053-1771-9
    ISBN 13: 978-3-8053-1771-9


Rezension:
In der bislang fünfbändigen Reihe der wissenschaftlichen Hannig-Lexika, liegt nun das mit vollständigem Titel bezeichnete Wörterbuch: »Die Sprache der Pharaonen. Großes Handwörterbuch Ägyptisch–Deutsch«, (HL 1 ME), von Rainer Hannig, in vierter überarbeiteter Auflage, neu vor. Erschienen im Verlag Philipp von Zabern und seit geraumer Zeit der Fachwelt, den potentiellen Anwendern sowie natürlich allen anderen Interessierten zugänglich.
Handliches Format und starker Seitenumfang des Wörterbuches sind gleich geblieben; in gebundener Ausgabe und diesmal ohne Schutzumschlag.Trotz erhöhter Seitenzahl (früher 1412, jetzt 1475) ist vorliegender Band noch handlicher.

Kundige wissen bereits, dass dieses Handwörterbuch die umfangreichste Sammlung altägyptischer Wörter ist. Eine Wörtersammlung, die sich in ihrem Gebrauch einst über einen langen Zeitraum hinweg erschließt, ca. 2800 bis ca. 950 v.Chr. – vom Alten Reich ab 2./3. Dynastie bis ins Neue Reich, 21. Dynastie.
Als Quellenmaterialien dienten den kompetenten Machern des Buches, hieroglyphische und hieratische Texte der alten Ägypter, jenes Volk, das eines der ersten Schriftsysteme der Menschheit erfand und entwickelte. Ein komplexes Schriftsystem, welches erst Anfang des 19. Jahrhunderts durch den schrift- und sprachbegabten Franzosen J.F. Champollion sozusagen decodiert worden war. Seither sind Wissenschaftler quasi damit beschäftigt Champollions grandiose Entzifferungsarbeit zu verfeinern, ergänzen oder verbessern, um weitere Erkenntnisse über die Hieroglyphen-Schrift zu gewinnen. Dazu gehören natürlich auch Publikationen, wie ebenda dieses "Wörterbuch Ägyptisch–Deutsch".

Dieser Band wurde geschaffen und ist geeignet für unterschiedliche Zielgruppen; nicht nur für Fachwissenschaftler im Bereich Ägyptologie, sondern auch für Wissenschaftler der Nachbardisziplinen, für Ägyptenreisende und ebenso für Hobby-Ägyptologen, bzw. für Ägyptenfreunde, die Interesse an diesem vielfältigen Themenfeld "Hieroglyphen" haben. Und somit ist das Buch für all jene ein wertvoller Begleiter und ein Arbeitsinstrument für das ägyptologische Übersetzen in der Praxis.

Was ist neu am Handwörterbuch Ägyptisch–Deutsch?

• Mehrere Tausend(!) neue Wörter und Wortverbindungen sind hinzugefügt worden; dafür entfielen auf Grund Platzbedarfs: die Infos zur "Umschreibung und Lautung" (der Hieroglyphen), die "Erweiterte Zeichenliste" sowie die Illustrationen.

• Neu sind auch die Ergänzungen in Form der Referenz-Nummern (Belegstellen-Nummern), die sich im Wörterbuchteil in geschweiften Klammern befinden. Diese Nummern sind in ihrer Funktion einerseits ein Index, sie erlauben nämlich die Lemma in den Belegstellenbänden (HL 4*, HL 5*) einfach zu finden bezgl. der Quellenangabe; andererseits dienen diese Nummern der klaren Zitierbarkeit.

• Angaben zu Etymologie (= Herkunft eines Wortes) sind gleichfalls neu hinzugekommen und werden von den Autoren als 'sicher' bewertet. Im Wörterbuchteil sind dies über 500 Lemmata mit Etymologie-Angaben, die einer kritischen Auslese aus publiziertem Material unterliegen.

• Neu ist auch eine Minimalgrammatik*, bezogen auf die Sprache und Schrift des Mittleren Reiches, die sich über knapp 11 Buchseiten erstreckt. Hierzu sind Kenntnisse darüber sehr von Vorteil, da diese Minimalgrammatik im Grunde keine didaktischen Anweisungen oder Übungen vermittelt.

• Eine Überarbeitung der Hauptzeichenliste im Annex zeugt auch von Neuerungen. Eine vollständige Aktualisierung dieser Liste und darüber hinaus eine Zusammenstellung der Sonderzeichen, d.h. alle anderen Zeichen, die nicht in der Hauptliste ihren Platz haben.

• Diese vierte Auflage hat als Zusatz in der Titelei: "Marburger Edition", was in der Abkürzung für den Band "HL 1 ME" ergibt; wohl wg. eindeutiger Abgrenzung zum alten Band.


Zum Inhalt:

Ein kurzes Vorwort zur aktuellen Ausgabe leitet das neue Wörterbuch ein. Daraufhin folgt ein Vorwort zur 1. Auflage, was insofern nach wie vor ganz interessant ist, da in diesem über die (satz-)technischen Informationen zur Erstellung des Handwörterbuches die Rede ist; schließlich eine brisante Angelegenheit, da hierzu ein spezieller Hieroglyphen-Schriftsatz Anwendung findet. Ein Vorwort zum Sprachvergleich informiert u.a. über die Meinungen der Autoren, dass sich nämlich ein gewisser Bestand von Parallelen ägyptischer Wörter zu Wörtern in anderen Sprachen nach heutigem Wissen als recht wahrscheinlich feststellen läßt.

Nach der 11-seitigen Minimalgrammatik, die sehr übersichtlich gegliedert und mit zahlreichen Fachtermini bestückt ist, folgt eine Erklärung zum "Aufbau der Artikel" sowie ein Abkürzungsverzeichnis.

Dann geht's los mit dem großen Wörterbuchteil, der mit der Seitennummerierung '1' beginnt und mit Seite '1100' endet. Wer schon ein- oder mehrmals mit dem Wörterbuch gearbeitet hat oder mit den Grundlagen der Hieroglyphen-Schrift vertraut ist, weiß, dass die alphabetische Sortierung des sog. Transkriptionsalphabets eine völlig andere ist als die des lateinischen. Insofern haben Kundige sicherlich einen Vorteil sich schneller in der Gliederung und Sortierung der Lemmata zurecht zu finden. Wie bereits in der letzten Auflage des Buches sind die Artikel zweispaltig gesetzt. Sämtliche Begriffe die eingeordnet sind beginnen erst in hieroglyphischer Schreibweise, dann folgt in Fettdruck die Transkription, danach die deutsche Übersetzung sowie die sog. Referenznummer und ggf. die Etymologie-Angabe. Desweiteren je nach Wort, mit Wortverbindungen, Wendungen, Ausdrücken oder Phrasen. Wie man nun den umfangreichen Wörterbuchteil am besten anwendet, vermittelt dem Benutzer die Rubrik "Aufbau der Artikel".

Der Anhang im Handwörterbuch Ägyptisch–Deutsch, ist nicht nur extrem umfangreich sondern bietet darüber hinaus weitere Hilfen zur Orientierung und Suche einzelner Hieroglyphen oder gar Lautwerten.
Die Themen: Toponyme, Gaue, Götter und Könige/Pharaonen, sind sorgfältig in Listen (auch nach dem Transkriptionsalphabet) geordnet im Anhang zu finden. Dies erleichtert die Suche enorm. Wer also z.B. nur nach einem bestimmten Königsnamen sucht, kann diesen sehr rasch finden; allerdings sind die Könige nach Dynastien geordnet. Weitere spezielle Themengebiete die gelistet sind: Ägyptische Abkürzungen, Maße und Gewichte.
Daran sich anschließend die Zeichenliste, die, wie eingangs schon erwähnt, vollständig überarbeitet wurde und nach den sog. "Gardiner-Nummern" sortiert ist. Diese Zeichenliste beschreibt jede Hieroglyphe ausführlich (Hieroglyphen-Zeichen, Gardiner-Nummer, Umschrift, Übersetzung ins Deutsche, Zugehörigkeit zu Zeichengruppen).
Nach der Sonderzeichenliste eröffnet sich dem Anwender eine relativ knappe Suchliste der Hieroglyphen, geordnet nach Aussehen der Zeichen (hohe, breite, niedrige…) – diese Liste ist sehr sinnvoll um so schneller die jeweilige Gardiner-Nummer auszumachen um so im Fundus die Detailinfos zu bestimmten Hieroglyphen zu studieren. Eine Lautwerteliste und Zeichenübersichtsliste schließen sich als letzte der Suchliste an.

Der Kartenteil in Farbe gedruckt, bietet im Wörterbuch eine willkommene Abwechslung, da es sich hierbei um die geographische Zuordnung einzelner Stätten und Örtlichkeiten im alten Ägypten handelt. Aufgeteilt in 17 Bezirke / Karten, kann der Leser einzig mittels in hieroglyphischer Schrift, diese Örtlichkeiten ausfindig machen.


Fazit: Eine Neuauflage des Wörterbuches Ägyptisch–Deutsch hat sich sichtlich gelohnt und ist somit weiterhin ein unentbehrliches Nachschlagewerk für alle Interessierten, sei es beruflicher, sei es privater Natur, hinsichtlich der Übersetzungen von ägyptischen Hieroglyphen in die Transkriptionsschrift oder ins Deutsche. Zumal jetzt auch wieder auf dem neusten Forschungsstand. Für absolute Anfänger auf diesem Gebiet "Hieroglyphen-Übersetzungen" ist das Wörterbuch u.U. nicht so gut geeignet, da ein bestimmtes Wissen in Bezug auf die Benutzung des Buches unerläßlich ist. Und sich diese im Grunde erst mit der allgemeinen Vertrautheit der Hieroglyphen-Schrift, des Systems an-sich und der fachlichen Übersetzungen/Lernschritte ergibt.

Das System der Hieroglyphenschrift und die Grundlagen der Grammatik des Ägyptischen (Mittelägyptisch) sind mir vertraut und da ich schon mit der letzten Wörterbuch-Ausgabe (HL1) gearbeitet habe, ist mir der neue Band sehr willkommen. Ein Wörterbuch, das – stets griffbereit – längst seinen festen Platz in meinem umfangreichen "Ägypten"-Bücherregal gefunden hat. Sei es um schnell ein "Wort" aufzufinden oder sei es um Unklarheiten betreffend meiner eigenen Übersetzungen aus dem Weg zu räumen.

(Rezensentin: Anja Semling, im Oktober 2006)

 

Alle Bände der Hannig-Lexika-Reihe im Verlag Zabern:

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Hannig-Lexika, Band 1
Die Sprache der Pharaonen.
Großes Handwörterbuch Ägyptisch–Deutsch (2800 bis 950 v. Chr.)
ISBN: 3-8053-1771-9

Hannig-Lexika, Band 2
Kulturhandbuch Ägyptens. Wortschatz der Pharaonen in Sachgruppen
ISBN 13: 978-3-8053-2543-1

Hannig-Lexika, Band 3
Die Sprache der Pharaonen.
Großes Handwörterbuch Deutsch – Ägyptisch
Das vorliegende Handwörterbuch Deutsch-Ägyptisch ist das erste und einzige Wörterbuch weltweit mit Ägyptisch als Zielsprache.
ISBN 13: 978-3-8053-2609-4

Hannig-Lexika, Band 4
Ägyptisches Wörterbuch I
Altes Reich und Erste Zwischenzeit
Dieses ägyptisch-deutsche Wörterbuch ist die ausführlichste Sammlung von Wörtern aus der Zeit der großen Pyramidenbauer und reicht von den ersten Dynastien bis in die umkämpfte Erste Zwischenzeit.
ISBN13: 978-3-8053-3088-6

Hannig-Lexika, Band 5
Ägyptisches Wörterbuch II
Mittleres Reich und Zweite Zwischenzeit
Das weltweit einzige Nachschlagewerk zum Wortschatz der Pharaonen
ISBN 13: 978-3-8053-3690-1

 

Mehr Infos und Order der Hannig-Bände bei Verlag Philipp von Zabern:

www.zabern.de

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