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Schriftträger im Alten Ägypten

Wie nachfolgend zu sehen ist, war Papyrus der unentbehrliche Schriftträger "Nummer 1" im alten Ägypten. Darauf wurden festgehalten die Schriftarten: Kursiv-Hieroglyphen, Hieratisch, Demotisch, (später auch Koptisch), und sogar die klassischen Hieroglyphen selbst – für deren Vorzeichnungen, die danach auf steinerne Monumentalbauten angebracht wurden.

Materialien, die zuhauf beschriftet wurden:

  • für den alltäglichen Gebrauch: Ton(gefäß)scherben (Ostraka), Steinsplitter, Holztafeln.
  • für den Totenkult: Mumienbinden (häufig in der ägyptischen Spätzeit; auch im Neuen Reich).
  • für den nicht-alltäglichen Gebrauch: Leder (Lederrollen), Stein, Goldauflagen, Stoff (Leinen), Alabaster.
  • Papyri (das fertige Schreibprodukt), Papyrus (die Pflanze zur Herstellung von Papyri).
Papyri

Papyrus
Wichtigster Beschreibstoff für ägyptische Schriften war Papyrus. Dieses aus natürlichen Ressourcen von den Ägyptern produziertes Schreibmaterial war für jene einfach unverzichtbar und kostbar.
Der Name dieses Wortes "Papyrus" leitet sich von dem altägyptischen Pa-per-aa ab, und das heißt soviel wie: "der (Beschreibstoff) des Pharao".
Im Beispiel links, ein Papyri-Ausschnitt, sind die sog. Kursiv-Hieroglyphen zu sehen; diese wurden sehr häufig in der Totenliteratur gebraucht, vor allem im Neuen Reich. Ausführliche Infos zu diesem Beschreibstoff siehe auch > Papyrus

   
Grabwand Wände in Grabkammern
Eine wahre Fülle an Hieroglyphen-Inschriften findet sich in den Gräbern der alten Ägypter; in bunten Farben ausgemalt auf dem Stuck oder auf den gehobenen reliefartigen Zeichen, die nach einer zuvor angefertigten Vorlage (z.B. auf Papyrus), dann auf Wandputz übertragen, angefertigt wurden. Als Beischriften zu weiteren Bildern oder als eigenständige Texte wurden diese Hieroglyphen sorgfältig aufgetragen, um ihren Funktionen gerecht zu werden - beispielsweise auf magische Weise zu "sprechen" und ein Leben im Jenseits zu gewähren mittels derer Aussagen (Wünsche, Bitten, etc). Auch in Beamten- und Handwerkergräber sind solche Hieroglyphen zu finden, nicht nur in Königsgräbern.
(Bild: Elvira Kronlob, Westtheben, Beamten-Grab)
 
Scheintuer

Stein
Wie die, für die Ewigkeit geschaffenen Tempel, waren auch die Hieroglyphen, die in jene Bauten gemeißelt wurden, bestimmt für ewiglich ... In gehobenen oder versenkten Reliefs, manche noch mit Farben ausgemalt, hat sich der Nachwelt einiges erhalten. Spätestens ab dem Alten Reich, z.B. Innendekoration der sog. Unas-Pyramide, sind die "Heiligen Zeichen" in Gebrauch für religiöse Inschriften an Gräberbauten oder Göttertempeln.
(Bild: The British Museum, Foto: AS)

   

Ostraka

Tonscherben (Ostraka)
Für den alltäglichen Gebrauch: Ein häufig verwendetes Schreibmaterial waren auch (Kalk-)Steinsplitter oder Gefäßscherben. Zumal diese flach und billig zu haben waren. Diese beschrifteten Scherben fand man in sehr großer Menge in der einstigen Arbeitersiedlung bei Deir el-Medine (heutiger Name). Das Dorf war bewohnt, als die Gräber im Tal der Könige entstanden.
Die Ägypter schrieben darauf alles Mögliche aus ihrem Alltagsleben auf. Diese Belege sind für die Wissenschaft heute, außerordentlich kostbar.
(Bild: The British Museum, Foto: AS)

   
Fayence

Fayence
Fayence besteht aus kalkhaltigem Wüstensand, Kupferverbindungen als Farbgeber sowie Natron, einem Bindemittel und Wasser als Zusätzen. Diese Masse wurde geknetet, zu Figuren oder Perlen geformt, getrocknet und vermutlich schon zu früher Zeit im Ofen gebrannt.
(Bild: The British Museum, Foto: AS)

   
Holz

Holz
Im alten Ägypten wurden auch Holztafeln beschriftet, so waren dies zum Teil dünne Bretter, in rechteckiger Form, die mit einer Schicht Stuck überzogen wurden. Solche Tafeln benutzten Schüler für ihre Schreibübungen. Desweiteren wurden Kästen oder Sarkophage aus Holz (Abb. links Ausschnitt), auch mit zum Teil farbigen Hieroglyphen beschriftet.
(Bild: The British Museum, Foto: AS)


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