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Die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen

»Eine Hieroglyphenschrift zeigt sich als echtes Chaos; nichts ist an seinem Platz; allem fehlt die Proportion; die in der Natur gegensätzlichsten Dinge stehen hier unmittelbar nebeneinander und bilden monströse Verbindungen: Und doch haben feste Regeln, durchdachte Kombinationen, überlegtes und systematisches Vorgehen unbestreitbar die Hand geführt, die dieses Bild, das dem Anschein nach so ungeordnet ist, gezeichnet hat; diese Buchstaben, so unterschiedlich sie geformt seien, sind jedoch Zeichen, die eine Gedankenfolge erkennen lassen, sie drücken einen durchgehenden Sinn aus und stellen daher eine richtige Schrift dar

Jean François Champollion
(aus: »Précis du systéme hiéroglyphique des Egyptiens«, 2. Aufl. 1828)


J.F. Champollion war einer der ersten, der richtig erkannte, dass die Hieroglyphenschrift keine reine Bilderschrift war, sondern auch eine Lautschrift, bzw. eine Kombination aus beidem oder mehr.

Obige Abbildung zeigt den Namen des Königs Ptolemaios in Hieroglyphen. Anhand dieses Namens, (Aussprache in Hieroglyphen etwa: "Ptolmys"), konnte Champollion sein Entzifferungswerk unbeirrt fortsetzen, da er mittels den alphabetischen Hieroglyphen die er daraus, und aus dem Namen "Kleopatra", (Aussprache in Hieroglyphen etwa: "Kliopadra"), gewonnen hatte, sein System auf weitere Namen in Texten aus ptolemäischer oder römischer Zeit anwenden konnte. Der Name Ptolemaios befindet sich, in Kartusche geschrieben, auch auf dem sogenannten Stein von Rosette.

Mit der Entzifferung der phonetischen Lautwerte der Hieroglyphen, aller ihm erreichbaren hieroglyphischen Texte und Inschriften, gelang Champollion nach und nach die Entzifferung. Bis er 1822 schließlich eine umfassende Abhandlung: Lettre à M. Dacier relative à l'écriture des hiéroglyphes phonétiques, die Prinzipien der ägyptischen Schrift darlegte und zwei Jahre später publizierte er sein Précis du système hiéroglyphique. Trotz aller Kritik und Neider von Kollegen, gelang es dem Franzosen Jean François Champollion, das bis dahin geheimnisvolle ägyptische Schriftsystem zu entziffern. Diese wissenschaftliche Großtat macht ihn heutzutage nicht nur in der Fachwelt berühmt.

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