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Wie der Hieroglyphen-Code geknackt wurde |
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Der Autor teilt seine Biographie in 16 Kapitel ein, denen ein Prolog vorausgeht. Beginnend danach mit dem ersten Kapitel: "Hieroglyphisches Delirium vor Champollion", wird der Leser eingeführt in das Wissen um das Verständnis der Hieroglyphen annodazumal; dies sollte sich grundlegend ändern mit dem Beginn der Leidenschaft Champollions für diese geheimnisvollen Zeichen. Mit dem zweiten Kapitel beginnt die Lebensgeschichte über Champollion, der in politisch unruhigen Zeiten Frankreichs aufwächst. Ein lebhaftes und intelligentes Kind entwickelt sich zu einem ehrgeizigen und selbstsicheren jungen Mann. An seiner Seite stets sein älterer Bruder, der ihn fördert und unterstützt. Der junge Champollion geht zur Schule, absolviert ein Studium und wird sogar Professor. Sein Leben führte er etliche Jahre in der südfranzösischen Stadt Grenoble und in Paris. Ausgerüstet mit viel Sprachenwissen und Beherrschung des Koptischen, konzentriert er sich vorwiegend auf die ägyptischen Hieroglyphen. Zu jener Zeit hat der Engländer Thomas Young, das gleiche Ziel vor Augen: den Hieroglyphen-Code zu knacken. "Der Wettstreit beginnt", so auch der Titel des siebten Kapitels. Champllion steht mitten im Leben und hat sich bereits einige Gegner und Feinde gemacht. Mit Unterbrechungen und etlichen Tiefschlägen zu seiner Arbeit sowie die angespannte Situation unter Napoleon in Frankreich, erlischt die Flamme der Begeisterung eine Weile. Bis er im Juli 1821 in Paris eintraf und sich von da an nur noch Ägypten widmete.
In dem Kapitel „Der Durchbruch“ versucht der Autor die ganze Vorarbeit zur Entschlüsselung in drei Phasen einzuteilen: Mit etlichen zitierten Textpassagen aus Briefwechseln, wird der Leser noch näher an die Substanz der Ereignisse damals herangeführt. Nach der wissenschaftlichen Großtat Champollions, den Code geknackt zu haben, reist er endlich nach Ägypten. Dort vervollständigt er seine Erkenntnisse um diese Schrift so gut er kann. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit – die ihm immer wieder zu schaffen machte – fällt er öfters in Ohnmacht. Trotzdem gelingen ihm in Ägypten viele wertvolle Aufzeichnungen und Übersetzungen der Inschriften. Champollion wird erster Professor der Ägyptologie und gilt somit als der Begründer derer. Er stirbt mit 41 Jahren. Was nach dessen Tod geschah erzählt das Kapitel „Die Hieroglpyhen nach Champollion“. Zahlreiche Publikationen sind während jener Zeit erschienen, und diese zeugen noch heute davon, wie es dem Meister der Hieroglyphen-Entzifferung gelang, der Nachwelt einen Schlüssel zur Hochkultur der alten Ägypter zu liefern.
Mit diesem Buch gewinnt der Leser tiefergehende Informationen über die Welt des Jean-François Champollion und seine Arbeit. Verständlich und detailreich wird sein Leben nachgezeichnet. Der Autor versteht es die eigenwillige Persönlichkeit Champollions gut herauszuarbeiten. Alle wesentlichen Aspekte seines Lebens, von seiner Geburt bis zu seinem frühen Tod, werden behandelt. Sein ganzer Lebenslauf inklusive der Hieroglyphen-Entschlüsselung, sind in dem Buch chronologisch beschrieben. Spannend und flüssig zu lesen. Der Leser erkennt sehr wohl die Bewunderung des Autors über seine zentrale Figur, aber er macht auch keinen Hehl daraus, dass der Konkurrent Young, auch viel Beachtliches zur Entzifferung beigetragen hatte, mit seinen Erkenntnissen. Der Autor gibt dem Konkurrenten Young viele Raum in dem Buch. Es hat den Anschein als müsse etwas korrigiert werden. Young hat offensichtlich mehr zur Entzifferung beigetragen als allgemein bekannt. Letzlich gelang aber Champollion, anhand einer vergleichenden Analyse der drei Texte des Stein von Rosettes, der Durchbruch. Für Hieroglyphen-Interessierte die sich tiefergehend mit der Materie befassen möchten, ist dieses Buch absolut empfehlenswert. Es trägt dazu bei, die Person Champollion genauer kennen zu lernen. Und insbesondere zeigt es den langen, schwierigen und ehrgeizigen Weg seiner Arbeit. Ist man mit den Hieroglyphen gar nicht vertraut, so sind Vorkenntnisse nicht unbedingt erforderlich, um die einzelnen Beiträge und Erklärungen des Autors zu verstehen, wenn es um die Hieroglyphen-Schrift geht. Aber es erleichtert dem Leser sicherlich das Verständnis, sofern man sich in der Thematik bereits auskennt. Weil bei aller Komplexität dieser Schrift es nicht leicht ist, die Systematik, die dahinter steckt zu erfassen.
Das Buch ist optisch sehr schön aufgemacht und die Texte sind lesefreundlich gesetzt. Aufgelockert werden die textlichen Inhalte mit zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen. Darunter auch Abbildungen von den originalen Aufzeichnungen Champollions. Eine spannende und zugleich lehrreiche Lektüre über J.F. Champollion, der ohne Zweifel ein Genie war. Über den Autor: Andrew Robinson hat zahlreiche Bücher zur Geschichte der Schrift veröffentlicht. Er studierte in Oxford und an der School of Oriental and African Studies, London. Nach langjähriger Tätigkeit als Journalist, Herausgeber und Fernsehredakteur ist er heute Visiting Fellow am Wolfson College, Cambridge, und freier Autor. |
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| Verlag des Buches: Philipp von Zabern |
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